Nach dem Putsch von 1953 und dem Fall der demokratischen Nationalregierung des Premiers Dr. Mossadeq wurde eine Politik der UnterdrŸckung und des Mordes vom Regime Mohammad Reza Schah gegen freiheitsliebende Iraner durchgesetzt. Die damals wichtigsten politischen Organisationen, wie Tudeh Partei Iran und Nationale Front Iran, die Hauptbasis der freiheitlichen AktivitŠten der Menschen Irans, wurden zur Zielscheibe. Der Politik der UnterdrŸckung gelang es, die organisierte Opposition des Landes zu demontieren, aber Anfang der 60er Jahre wurden die Stimmen gegen das diktatorische Schahregime wieder hšrbar.
Kreise der Intellektuellen wurden Zentrum des politischen Aktivismus. Iranische SchŸler und Studenten fanden starke Verbundenheit mit den RevolutionŠren und Befreiungsbewegungen, die sich Ÿberall in dem 50er und 60er Jahren verbreiteten, besonders die in Kuba und Vietnam. UnabhŠngigkeit, Demokratie, Sozialismus und der gesellschaftliche Fortschritt waren die Hauptziele des Kampfes der iranischen Intellektuellen. Da es keine starke und erfahrene Organisationen fŸr die FŸhrung der Bewegung gab, haben sich die Diskussionen auf die Art und Weise der Besetzung dieses Vakuums konzentriert.
Die erste Versammlung der Volksfedajin-Bewegung im Jahre 1963 kam durch Bijan Jazani und seine Freunde zustande. Sie kamen zu dem Schlu§, da§ der mŠchtige amerikanische Einflu§ im Iran und die UnterdrŸckung der Dissidenten im Iran einen friedlichen Aktivismus ganz unmšglich gemacht haben. Deswegen wurde der bewaffnete Kampf als der einzig wirksame Weg zur Befreiung angesehen.
Das Resultat der BemŸhungen dieser Gruppe von iranischen Intellektuellen war ein †berfall auf eine Gendarmeriestation in den WŠldern Nordirans am 8. Februar 1971, der die GrŸndung der Guerilla Organisation der Volksfedajin Irans signalisierte. In dem Zeitraum von 1971 bis 1979 standen die Fedajin unter heftigem Angriff durch das diktatorische Regime. Etwa 300 Fedajin-Mitglieder, mehr als in jeder anderen Dissidentenorganisation, wurden vom Schah Regime ermordet. In diesen Jahren und im Laufe von vier Angriffen wurde die Mehrheit der fŸhrenden Kader der Organisation verhaftet oder ermordet, aber die Organisation blieb standhaft.
Der grš§te Schlag kam, als Bijan Jazani und 6 andere MitbegrŸnder der Organisation heimlich im GefŠngnis erschossen wurden. Dies geschah am 19. April 1975, acht Jahre nach ihrer Verhaftung und Verurteilung ohne einen zweiten Proze§.
Fedajin spielten in der Revolution von 1979, die hauptsŠchlich von den AnhŠngern von Ajatollah Khomeini gefŸhrt wurde, eine wirksame und aktive Rolle. In diesem Zeitpunkt unterstŸtzten die meisten KrŠfte, die gegen eine religišse Regierung waren, die Fedajin. Nach dem Sieg der Revolution grŸndete die Organisation in den meisten iranischen StŠdten fŸr legale AktivitŠten ein BŸro. SpŠter entwickelten sich diese BŸros zur Zusammenkunft der weltlichen Jugend, die fŸr Gerechtigkeit waren. In der ersten Wahl nach der Revolution bekamen die Fedajin 10 Prozent der Stimmen und die verschiedenen religišsen KrŠfte die Ÿbrigen Stimmen.
Inzwischen brachen innere Diskussionen unter den Fedajin Ÿber die Revolution aus. An oberster Stelle stand das wichtigste Thema der Diskussion, nŠmlich die Art und Weise der Begegnung mit der Regierung. Eine gro§e Mehrheit der Mitglieder der Organisation kritisierte den bewaffneten Kampf und war fŸr eine politische Richtlinie, die nicht getrennt von der Masse war; die Masse, die ihren religišsen FŸhrer folgte.
Diese Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Organisation fŸhrten zu eine Spaltung. Eine Minderheit von 10 Prozent der aktiven Mitglieder trennte sich.
Schlie§lich am 1. Mai 1981 gab es ein gro§es Meeting von Hunderttausenden von Fedajin am Azadi (Freiheit) Platz in Teheran. An diesem Tag hat die FŸhrerschaft der Organisation die neue politische Richtlinie der Organisation angekŸndigt. Unter anderem wurde bekannt gegeben, da§ die Organisation keine Guerillabewegung mehr ist. Stattdessen ist sie jetzt eine politische Organisation der Arbeiterklasse Irans. Seit diesem Tag hei§t die Organisation offiziell Organisation der Volksfedajin Irans (Mehrheit). Bis Anfang 80er Jahre, wo die islamische Regierung noch nicht alles ganz beherrschte, hat die Organisation ihre halblegalen AktivitŠten fortgesetzt. Das offizielle Organ der Organisation "Kar" von 100 bis 300tausend Auflage wurde wšchentlich publiziert.
Durch die vierjŠhrige Anstrengung fŸr den Aufbau der Struktur der Organisation wuchs die Mitgliederzahl auf 20.000. Unter diesen Mitgliedern waren ein Drittel Frauen, ein FŸnftel Arbeiter und drei FŸnftel SchŸler und Studenten. Das Durchschnittsalter der Mitglieder der Organisation war unter 24 und innerhalb der FŸhrungskader 32 Jahre. Die bedeutendste Leistung der Organisation der Volksfedajin in einer sehr religišsen Gesellschaft war die Organisierung einer gro§en Gruppe von progressiver weltlicher Jugend und die Errichtung einer sŠkularen und einflu§reichen politischen Organisation.
Trotz der Politik der OVFI(M) auf der Grundlage der nicht direkten Konfrontation mit der Regierung war es klar, da§ die herrschenden Fundamentalisten die Existenz und AktivitŠten der Fedajin nicht tolerieren kšnnen. WŠhrend im Zeitraum von 1980-82 die OVFI(M) die Politik der Regierung bezŸglich der Konflikte mit dem Irak, die antiamerikanische Haltung und gewisse Aspekte der wirtschaftlichen Reformen unterstŸtzte, bekam sie aber keine gesetzliche Erlaubnis fŸr ihre AktivitŠten. Sogar in diesen Jahren wurden Todesurteile ausgesprochen und Hunderte von Fedajin-Aktivisten sa§en in GefŠngnissen.
Die allseitige Verfolgung und UnterdrŸckung der OVFI(M) fing im FrŸhjahr 1983 an, als die islamische Regierung die Strukturen eines Informationssammelsystems und ihres Polizeinetzes vollkommen hatte. Allerdings hatte die islamische Republik bei der Vernichtung des wichtigsten Teils der FŸhrung der Organisation keinen Erfolg. Die FŸhrung wurde auf au§erhalb des Landes Ÿbertragen.
Im August 1988 hat Khomeini vor seinem Tod die Massenhinrichtung von politischen Gefangenen Irans angeordnet. Tausende und darunter mehr als Hundert Fedajin wurden in GefŠngnissen ohne Proze§ hingerichtet. Dieses furchtbaren Verbrechens gedenken die Menschen im Iran als "Nationale Tragšdie". Im Zeitabschnitt der islamischen Republik kamen mehrere Tausend Fedajin ins GefŠngnis und Hunderte, darunter 8 Mitglieder der FŸhrung wurden hingerichtet und Tausende waren gezwungen, das Land zu verlassen.
In der zweite HŠlfte der 80er Jahre hat das bittere Ergebnis der iranischen Revolution und das Schicksal des Sozialismus in der Sowjetunion eine ideologische, politische und organisatorische Krise hervorgerufen. Die Hauptachse der Debatten in dieser kritischen Zeit waren die irrtŸmlichen Bewertungen der islamischen Republik, "existierender Sozialismus" und die nichtdemokratische Struktur innerhalb der Organisation. Diese Krise hatte einen lŠhmenden Eindruck auf viele Teile der Organisation. Interne Debatten wurden in der gesamten Organisation herausgegeben. Im Sommer 1988 wurde das Recht der Mitglieder, ihre unabhŠngigen und persšnlichen Ansichten šffentlich auszudrŸcken, durchgefŸhrt, und diese Entwicklung war der erste Schritt zum Umstrukturierung der Organisation und ebnete den Weg fŸr die Vorbereitung des ersten Kongresses.
Im August 1990 fand der erste Kongre§ der Organisation im Ausland statt. Der Kongre§ konzentrierte sich auf die erneute †berprŸfung des Programms der Organisation, die politischen Positionen in der Vergangenheit, die politische Situation und innere Beziehungen. Au§erdem Ÿbertrug der Kongre§ die FŸhrung einer neuen Gruppe und entschied einen zweijŠhrigen Zeitraum fŸr den zweiten Kongre§.
Die Art der Organisierung des Kongresses und dessen Ergebnisse haben die Einheit der OVFI(M) wiederhergestellt und das gegenseitige Vertrauen und die gegenseitige SolidaritŠt unter den Aktivisten und in der gesamten Organisation bekrŠftigt. In den 90er Jahren gab es tiefgreifende €nderungen in der Fedajin-Bewegung. Nach einer Analyse der Geschichte der Organisation wurde Demokratie als das dringende und grundlegende Ziel der Organisation erklŠrt, die bisherigen BemŸhungen zur ideologischen Einheit innerhalb der Organisation beiseite gelegt und statt dessen ideologische Mannigfaltigkeit und selbstŠndiges Denken offiziell akzeptiert und unterstŸtzt.
Der erste Kongre§ sprach den Sozialismus als sein Endziel aus. Der Kongre§ hat entschieden, da§ alle zwei Jahre ein Kongre§ der Organisation stattfindet, wo die Mitglieder des Zentralrats gewŠhlt werden. Diese Entscheidung ist seit der Zeit vollstŠndig durchgefŸhrt worden.
Im Jahre 1995 fand der vierte Kongre§ statt. Dieser Kongre§ fiel mit dem 25. Jahrestag der Ermordung von Bijan Jazani, dem GrŸnder der Organisation, zusammen und deswegen wurde er nach ihm benannt. In die Geschichte der Organisation werden die 90er Jahre nicht nur als ein Jahrzehnt, wo demokratische Prinzipien innerhalb der Organisation angenommen wurden, eingehen, sondern auch als ein Zeitraum der Zusammenarbeit und besserer Beziehungen zwischen unserer Organisation und liberalen, reformistischen und demokratischen Bewegungen Irans.
Im Iran herrscht immer noch Fundamentalismus. Allerdings ist die Mehrheit der Menschen im Iran nicht mit dem gegenwŠrtigen Regime zufrieden. Die Menschen beabsichtigten mit der Revolution von 1979 die Beseitigung der Diktatur, Korruption und Ungerechtigkeit. Aber die islamische Republik erfŸllt dieses Verlangen nicht. Stattdessen ist die Verachtung und KrŠnkung der iranischen Frauen alltŠglich und gesetzlich. Der Abstand zwischen Arm und Reich erweitert sich, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mšglichkeiten des Landes, besonderes nach der Emigration von 3 Millionen gebildeter Menschen, sind ernsthaft zerstšrt. Die Beziehung ethnischer und religišser Gruppen ist gefŠhrdet.
Die Au§enpolitik der islamischen Republik hat die politische Isolation des Landes zur Folge gehabt. Das Jahr 1996 ist wegen Verschwšrungen des Regimes gegen bekannte Intellektuelle, Schriftsteller und Journalisten und auch wegen Protesten der internationalen Gemeinschaft gegen die terroristischen Aktionen der islamischen Republik, um oppositionelle FŸhrer im Ausland zu ermorden, bemerkenswert.
Die Fedajin als die grš§te sŠkulare Organisation Irans will die gegenwŠrtige Theokratie durch eine demokratische Republik ersetzen. Sie strebt eine freie und friedlich gewŠhlte Regierung an. Diese Ziele werden allgemein von Menschen Irans unterstŸtzt. Die Entwicklungen im Jahr 1996 zeigten, da§ eine zuverlŠssige Grundlage fŸr die Zusammenarbeit und vereinte BemŸhungen aller iranischen oppositionellen KrŠfte - au§er Mojahedin und Monarchisten - fŸr die Erreichung einer gewŠhlten demokratischen Republik vorhanden ist.
Um diese Ziele zu erreichen, lehnen wir Fedajin uns an moderne, demokratische und sozialistische Werte. Wir wollen eine Welt, die auf Basis der internationalen Zusammenarbeit und Friedlicher Koexistenz unter Nationen und verschiedenen Kulturen aufgebaut ist. Wir sind auch um die Zukunft unseres Planeten besorgt.
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